29.05.2024

Berufsbildungsbericht 2024

Das Wichtigste kompakt

Anfängerinnen und Anfänger im (Aus-)Bildungsgeschehen
Die Zahl der Anfänger und Anfängerinnen in der Berufsausbildung ist 2023 im Vorjahresvergleich gestiegen. Innerhalb dieses Sektors stiegen die Anfängerzahlen in der dualen Berufsausbildung um 1,7 %, die in den schulischen Ausbildungen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens um 2,0 %. Im „Übergangsbereich“ nahm die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger um 4,3 % zu. Hierin zeigt sich vermutlich die verstärkte Einmündung von zugewanderten ukrainischen Jugendlichen. Für den Sektor „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ ergab sich ein Rückgang. Im Sektor „Studium“ gab es 2023 einen leichten Anstieg.

Anstieg der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Jahr 2023 um 3,0 % auf 489.200 gestiegen. Nachdem im Jahr 2022 nur im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel ein Anstieg zu verzeichnen war, legten im Jahr 2023 in nahezu allen Zuständigkeitsbereichen die Neuabschlüsse zu. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge blieb im Jahr 2023
allerdings noch immer deutlich unterhalb des Vor-Corona-Niveaus (-6,8 % zu 2019).

Zuwächse bei Ausbildungsangebot und Nachfrage nach dualer Ausbildung
Im Jahr 2023 ist das Ausbildungsangebot im Vorjahresvergleich weiter um 3,4 % auf 562.600 gestiegen. Für die Ausbildungsnachfrage nach traditioneller Definition ergab sich ein Zuwachs um 3,6 % auf 515.600. Auch die erweiterte Nachfrage, die Bewerberinnen und Bewerber mit Alternative miteinbezieht, ist gestiegen um 3,2 % auf 552.900. Der Ausbildungsmarkt blieb somit im Jahr 2023 in sich stabil. Die erweiterte Angebots-Nachfrage-Relation lag zum zweiten Mal über 100. Sowohl beim Angebot (-2,7 % zu 2019) als auch bei der Nachfrage bestand 2023 noch ein deutlicher Abstand zum Niveau von vor der Pandemie (traditionell - 6,2 %; erweitert -7,7 %).

Mehr Herausforderungen beim Zusammenführen von Angebot und Nachfrage
Auch in 2023 ist die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen weiter gestiegen auf 73.400 (+6,6 % zu 2022; +38,2 % zu 2019). Aber es blieben mit 26.400 auch mehr Bewerberinnen und Bewerber unversorgt (+16,3 % zu 2022; +7,6 % zu 2019). 37.300 Bewerberinnen und Bewerber befanden sich in einer Alternative (-1,1 % zu 2022; -24,1 % zu 2019). Damit haben, die Herausforderungen zueinander zu finden, auf beiden Seiten des Marktes zugenommen. Der Anteil unbesetzter Stellen am betrieblichen Angebot liegt weiterhin höher als der Anteil noch suchender Bewerberinnen und Bewerber an der Nachfrage. Wie in den Vorjahren gibt es über Regionen und Berufe hinweg deutliche Unterschiede.

Vertragslösungsquote im Jahr 2022 oberhalb des üblichen Schwankungsbereichs
Im Jahr 2022 wurden 29,5 % der begonnenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst (2019: 26,9 %; 2020: 25,1 %; 2021: 26,7 %;). Die Vertragslösungsquote lag damit merklich oberhalb des üblichen Schwankungsbereichs von 20 % bis 25 %. Dieser Anstieg ist auch vor dem Hintergrund einer aus Sicht der Auszubildenden positiveren Marktlage im Jahr 2022 zu sehen, sollte jedoch weiter beobachtet werden.

Übernahmequote der Ausbildungsbetriebe angestiegen
Nachdem im Zuge der Corona-Pandemie die Übernahmequote zunächst rückläufig war, ergaben sich für die Folgejahre Anstiege. Im Jahr 2022 lag die Übernahmequote bei 77 % und damit wieder auf dem Vor-Pandemie Niveau. Im Zeitverlauf stellt dies die höchste Übernahmequote seit dem Jahr 2000 dar.