06.06.2024

Demokratiebildung gehört zur Ausbildung im BIBB

Mit Blick auf den heutigen 75. Geburtstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik
Deutschland betont Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für
Berufsbildung (BIBB):

„Am Verfassungstag feiern wir nicht nur unser Grundgesetz, sondern auch die fundamentalen Werte unserer Demokratie. Eine lebendige Demokratie braucht mündige Bürgerinnen und Bürger, die aktiv und kritisch an Wirtschaft und Gesellschaft teilnehmen. Die berufliche Bildung muss hierzu ihren Beitrag leisten. Denn sie vermittelt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern trägt durch Sozialisierung, Bildung und Erziehung in hohem Maße zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bei. Deshalb sollte Demokratiebildung hier für die Zukunft ein höheres Gewicht bekommen.“

Demokratiebildung in der beruflichen Bildung stärke das Bewusstsein für Teilhabe, Mitbestimmung und Verantwortung und trage somit nicht nur zur Förderung einer offenen und gerechten Gesellschaft bei, sondern bilde auch die Grundlage für aktives Handeln in der sozialen Marktwirtschaft, so Esser weiter. „Es ist unsere Aufgabe, junge Menschen auf ihrem Weg zu verantwortungsvollen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern, zu Arbeitnehmenden und Unternehmenden zu fördern und zu begleiten“.

Um unter den eigenen Auszubildenden ein tieferes Verständnis für demokratische Werte und für die Notwendigkeit von aktiver Beteiligung an demokratischen Prozessen und an der Übernahme von Verantwortung zu entwickeln, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung eine Veranstaltungsreihe zum Thema Demokratiebildung gestartet. Über das ganze Jahr hinweg gibt es für die Auszubildenden im BIBB und die Ausbildungsverantwortlichen Workshops und andere Veranstaltungsformate, an deren Konzeption und Realisierung viele Organisationseinheiten beteiligt sind.

Anlässlich des Verfassungstages diskutieren die BIBB-Auszubildenden heute in einem Workshop über den demokratischen Prozess der Entwicklung von Ausbildungsordnungen. Solche Ordnungsverfahren basieren auf dem Konsensprinzip und sind ein Beispiel für partizipative Aushandlungsprozesse in der dualen Berufsbildung. In einem Rollenspiel lernen die Auszubildenden die Herausforderungen und rechtlichen Grundlagen ihrer Ausbildung kennen.