01.11.2022

Modernisierte Standards in der Berufsausbildung des Handels

Seit dem 1. August 2021 gelten für alle neuen Ausbildungsordnungen modernisierte Standardberufsbildpositionen. Diese umfassen vier Bereiche:

- Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht,
- Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit,
- Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie
- Digitalisierte Arbeitswelt.

Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt die verbindliche Nutzung der modernisierten Standardberufsbildpositionen in jedem Neuordnungsverfahren. Erstmals werden sie in Verordnungen, die zum 1. August 2021 in Kraft treten, rechtsverbindlich. Darüber hinaus empfiehlt der Hauptausschuss des BIBB ausbildenden Betrieben und beruflichen Schulen, diese modernisierten Standardberufsbildpositionen auch jetzt schon in der Ausbildung sämtlicher Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung integrativ im Zusammenhang mit fachspezifischen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten während der gesamten Ausbildung zu vermitteln, auch wenn sie noch nicht in allen Ausbildungsordnungen enthalten sind.

Standardberufsbildpositionen sind bildungspolitische Steuerungsinstrumente, die in den Ausbildungsordnungen im Ausbildungsrahmenplan geregelt, während der gesamten Ausbildung zu vermitteln und als Mindestanforderungen zu verstehen sind. Das bedeutet, ihre Vermittlung ist von allen ausbildenden Betrieben sicherzustellen und im betrieblichen Ausbildungsplan aufzugreifen. Durch ihre Berücksichtigung als Mindeststandard, über alle Ausbildungsordnungen hinweg, geht ein wichtiges, bildungspolitisches Signal für alle an der Berufsbildung beteiligten Institutionen und Akteure aus.

Um sicherzustellen, dass angehende Fachkräfte in allen Ausbildungsberufen im Rahmen moderner und zukunftsgewandter Berufsausbildungen umfassend Kompetenzen erwerben können, wurden die zuletzt Ende der 1990er Jahre modernisierten Standardberufsbildpositionen auf Aktualität geprüft und weiterentwickelt. Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) eingesetzt. Am Erarbeitungsprozess waren das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, Kammerorganisationen, die Kultusseite der Länder und das BIBB beteiligt. Geleitet wurde die Arbeitsgruppe von Thomas Giessler (DGB) und Katharina Weinert (HDE).

Im April 2020 einigte sich der Hauptausschuss des BIBB auf die überarbeiteten Standardberufsbildpositionen. Mit der Neufassung der Mindestanforderungen werden bewährte Inhalte weiterhin berücksichtigt, zukünftig jedoch erweitert. Durch die identisch formulierten Inhalte für alle Ausbildungsberufe soll sichergestellt werden, dass Auszubildende als angehende Fachkräfte von morgen künftig berufsübergreifend Kompetenzen erwerben können, die sie in einer sich verändernden Arbeitswelt benötigen. Sie sollen Teil einer modernen und zukunftsgewandten Ausbildung sein. Insbesondere Kompetenzen im Umgang mit Nachhaltigkeit und Digitalisierung haben in den vergangenen Jahren immer stärker an Bedeutung gewonnen und stellen mittlerweile ein unverzichtbares Element beruflichen Handelns dar.