22.06.2023

Innovationen in der Berufsbildung durch Forschung stärken

Wie kann Wissen zwischen Forschung und Praxis optimal transferiert werden? Dies diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BIBB, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Universität Paderborn auf den Hochschultagen Berufliche Bildung mit zehn InnoVET-Praxisprojekten.

Wie kann Wissen zwischen Forschung und Praxis optimal transferiert werden? Das trilaterale Forschungsnetzwerk (TBF) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Projekt GInnoVET) und der Universität Paderborn (Projekt ITiB) geht dieser Frage im Rahmen von InnoVET nach. InnoVET wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und umgesetzt vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Es zielt darauf ab, durch neue Bildungsangebote und Lernortkooperationen die Attraktivität sowie Qualität der beruflichen Bildung zukunftsorientiert zu erhöhen und eine Gleichwertigkeit zur akademischen Ausbildung herzustellen.

Das TBF hat nun gemeinsam mit zehn InnoVET-Praxisprojekten auf den Hochschultagen Berufliche Bildung 2023 an der Universität Bamberg einen Workshop durchgeführt. Der Workshop stand im Zeichen des Austausches und der Vernetzung von Wissenschaft und Praxis. Es wurden Praxis- und Forschungsforen gebildet und die Perspektiven in Diskussionsrunden und Dialogformaten zusammengeführt. Im Zentrum des Austausches stand der Austausch zu Erfahrungen und Fragen rund um das Thema „Chancen und Grenzen des Transfers der Innovationen jetzt und nach Projektende“.

Die Begleitforschenden des BIBB verstanden den zweitägigen Austausch-Workshop als eine Möglichkeit, gemeinsam mit der Praxis zu testen, wie sich ein solches Dialogformat im Kontext des Innovationsprogramms auf die weitere Entwicklung, Übertragung und Verstetigung auswirken kann. Von besonderem Interesse war dabei die Vernetzung der InnoVET-Projekte untereinander sowie die Zusammenarbeit mit der Forschung auf übergeordneter Ebene – eine der wesentlichen Aufgaben der Programmbegleitforschung.

Frau Dr. Nina-Madeleine Peitz vom BIBB startete den Workshop mit einer thematischen Einführung und betonte die Wissenschafts-Praxis-Kooperation im Verbund und die frühe Priorisierung des Transfers als wichtige Treiber, um Innovationen dauerhaft nutzbar zu machen. Im Anschluss setzten sich die Teilnehmenden im Rahmen einer Postersession der Praxisprojekte und eines Forschungseinblicks durch den TBF-Standort Magdeburg mit der Frage der Attraktivität beruflicher Bildung auseinander. Am zweiten Workshoptag stand die Interaktion und Vernetzung in Innovationsprozessen (Forschungsperspektive) im Fokus. Im Praxisforum konnten im Rahmen eines World Cafés konkrete Problemstellungen aus der Praxis diskutiert und Lösungen gemeinsam mit der Forschung erarbeitet werden.

BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl zog folgendes Fazit aus dem Workshop: „Das Zusammenwirken von Praxis und Forschung hat einen großen Einfluss auf Innovationen in der Berufsbildung und damit auf die Stärkung des Systems – hier sammeln wir wertvolle Informationen aus dem Dialog, um Empfehlungen für zukünftige Austausche dieser Art und die Programmbegleitung insgesamt geben zu können. Es war sehr bereichernd zu sehen, wie durch den Workshop die Vernetzung der Praxisprojekte vorangetrieben wurde. Die Beteiligten haben sich intensiv über ihre Erfahrungen und Herausforderungen ausgetauscht. Es war eine Perspektiverweiterung zu beobachten, die Impulse für die weitere Entwicklung von Innovationen in der Berufsbildung darstellen kann. Zudem wurde der Wissenschafts-Praxis-Dialog zielführend betrieben – was neue Transferimpulse zutage brachte.“

Das trilaterale Forschungsnetzwerk freut sich nun auf den weiteren Austausch mit allen siebzehn InnoVET-Projekten auf der vom 03. - 04. Mai in Berlin stattfindenden InnoVET-Konferenz.